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1. Wir wollen gute Bildung von Anfang an: Hessen hat eine schlechte Bilanz

Bildungspolitik ist der Kernbereich von Landespolitik. In keinem anderen Bereich hat ein Bundesland so viel Gestaltungsmöglichkeiten und so viel Gestaltungsspielraum. Mit einer guten Bildungspolitik werden die Grundlagen gelegt für Chancengleichheit, für gute Arbeit und persönlichen Wohlstand. Ein gutes Bildungssystem gibt die Freiheit, den eigenen Lebensweg zu finden. Es dient der Gerechtigkeit, indem es gleiche Chancen herstellt.

Zur Realisierung eines solchen Bildungssystems brauchen wir die Zusammenarbeit aller Ebenen. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass der Bund in die Verantwortung für gute Bildung einbezogen und das Kooperationsverbot aufgehoben wird.

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2. Gerechtigkeit: Jedes Kind mitnehmen, G8 beenden, Schule der Vielfalt

Jedes Kind hat ein Recht auf die Achtung seiner Persönlichkeit und bestmögliche Bildung. Für uns sind alle Kinder gleich viel wert, völlig unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Begabung und ungeachtet ihrer sozialen und ethnischen Herkunft oder ihres Geschlechts. Ihre Förderung und ihr Wohlergehen sind der Maßstab unseres politischen Handelns.

Unser Ziel ist, jedem Kind eine möglichst breite Bildung mit auf den Lebensweg zu geben, um ihm so die umfassende Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und Fähigkeiten zu sichern. Damit stärken wir die Voraussetzungen für eine umfassende demokratische, soziale und kulturelle Teilhabe in unserer Gesellschaft, für ein selbstbestimmtes Leben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass jedes Kind einen berufsqualifizierenden schulischen Abschluss erreicht, der ihm die Chance auf eine positive Lebensperspektive und die Teilhabe am Arbeitsmarkt eröffnet.

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3. Berufliche Bildung, Schulen in freier Trägerschaft, Lebensbegleitendes Lernen

Wir halten am Ziel der Gleichwertigkeit beruflicher und allgemeiner Bildung fest. Die duale Ausbildung hat viele Vorteile und ist für uns nach wie vor das Regelsystem der beruflichen Ausbildung. Dort, wo es aufgrund der Arbeits- und Ausbildungsmarktlage erforderlich ist, wollen und müssen wir vollschulische berufliche Bildungsgänge anbieten. Wir wollen dabei durch die Entwicklung von Bildungswegen an Produktionsschulen zusätzliche Chancen vor allem für bildungsbenachteiligte Jugendliche eröffnen.

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4. Hochschulen: Gute Studienbedingungen, keine Gebühren, soziale Öffnung

Gute Studienbedingungen sind die Grundvoraussetzung für ein gelingendes Studium. Dafür zu sorgen, ist Aufgabe des Landes. Daneben sind Hochschulen wichtige Impulsgeber für wirtschaftliche Innovationen und regionale Entwicklungen. Während die SPD seit über zwei Jahren fordert, die Hochschulen auch finanziell so auszustatten, dass sie mit dem Anstieg der Studierenden zurechtkommen, zeigt sich die CDU-Ministerin noch Ende 2012 „überrascht“ von dem Ansturm.

Das Studium an hessischen Hochschulen bleibt gebührenfrei. Nur so kann der Zugang zu den Hochschulen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern für jeden offen gehalten werden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für gleiche Bildungschancen. Wir wollen die Zahl der jungen Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung aus finanziell schwächer gestellten Elternhäusern deutlich erhöhen.

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5. Rahmenbedingungen: Finanzierung, Bologna-Prozeß, private Hochschulen

Steigende Studierendenzahlen in den nächsten fünf Jahren verlangen verlässliche Rahmenbedingungen. Zusätzliche Räumlichkeiten und ein stetiger Mittelanstieg sind für die Hochschulen nötig.  Auch nach 2018 wird sich die Zahl der hessischen Studierenden auf hohem Niveau verstetigen. Unabhängig von zukünftig möglicherweise zurückgehenden Studierendenzahlen wollen wir das Finanzierungsniveau halten, um es für Qualitätsverbesserungen zu nutzen.

Wir werden ein neues Finanzierungskonzept mit einer soliden Grundfinanzierung und einem kleineren wirkungsüberprüften Leistungsteil auflegen. Ruinösen Wettbewerb zwischen den Hochschulen lehnen wir ab.

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These: Jedes Kind zählt…

Jedes Kind zählt – keines darf zurück bleiben. Deshalb wollen wir

  • Sitzenbleiben und Querversetzung abschaffen. An deren Stelle treten individuelle Fördermaßnahmen.
  • jede Schule verpflichten, ihre Schülerinnen und Schüler erfolgreich zu einem Abschluss in der Sekundarstufe I zu führen.
  • Schulsozialarbeit gemeinsam mit den Schulträgern an allen Schulen möglich machen.

These: Kinder brauchen Zeit zum Lernen

Kinder brauchen Zeit zum Lernen– jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo. Deshalb wollen wir

  • die flexible Schuleingangsstufe als Regeleinrichtung an den Grundschulen einführen. Jedes Kind soll die Chance haben, die ersten beiden Grundschuljahre seiner individuellen Entwicklung entsprechend in einem bis drei Jahren zu durchlaufen. Dazu gehören flexible Einschulungstermine, die ermöglichen, dass ein Kind mit dem sechsten Geburtstag eingeschult werden kann.
  • ‚echte‘ Ganztagsschulen schaffen. Ganztagsschulen schaffen einen flexiblen Zeitrahmen zum Lernen. Die Öffnung zum Stadtteil beinhaltet auch eine Stärkung der Kooperation mit Vereinen und Verbänden.
  • die sechsjährige Mittelstufe als Regel an allen Schulformen wieder einführen. G8 ist gescheitert und führt zu Stress und Lernen, das sich in erster Linie an den Anforderungen von Tests und Prüfungen orientiert. Soziales Engagement und persönliche Interessen bleiben auf der Strecke.
  • eine Oberstufenreform einleiten, die einen individuellen Weg zum Abitur in zwei bis vier Jahren zulässt. Dieser individuelle Weg muss eine erweiterte Möglichkeiten der Fächerkombination und eine stärkere begabungs- und neigungsgerechte Fächerwahl, auch mit jahrgangsübergreifenden Kursen, ermöglichen.

These: eigenverantwortliche und demokratische Schule

Schule soll eigenverantwortlich über das gesamte Budget, Unterrichtsorganisation und Lerninhalte im Rahmen der Bildungsstandards entscheiden. Ein neues Zuweisungsverfahren wird soziale Indikatoren einbeziehen. Eigenverantwortliche Schule ist im Stadtteil verankert und demokratisch organisiert: Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte werden in die Entscheidungsprozesse einbezogen, die Mitbestimmung wird gewährleistet.

These: Schule der Vielfalt

Wir wollen eine Schule der Vielfalt– jedes einzelne Kind leistet einen wertvollen Beitrag in der Schulgemeinschaft. Deshalb wollen wir

  • die Entwicklung zu einer “Schule für Alle” bis zur Jahrgangsstufe 10 unterstützen und fördern. Kinder lernen voneinander und miteinander. Wir wollen die frühe Selektion nach Klasse 4 beenden, dabei setzen wir auf die Bereitschaft der Schulen.
  • die UN-Konvention für Rechte von Menschen mit Behinderung in unseren Schulen umsetzen. Das Recht auf Inklusion verbietet es, Kinder mit besonderem Förderbedarf von der Regelschule auszuschließen. Die notwendigen Ressourcen für eine erfolgreiche inklusive Schule dürfen keinem Haushaltsvorbehalt unterliegen.